Wenn Sie an einer Neuropathie leiden, dann lesen Sie dies.
Kribbeln, Brennen, Taubheit: Eine Neuropathie beginnt oft leise an den Zehen. Was dahinterstecken kann, welche Warnzeichen Sie ernst nehmen sollten – und was Sie im Alltag selbst tun können.

Was bei einer Neuropathie passiert
Bei einer Polyneuropathie leiten viele periphere Nerven ihre Signale nicht mehr zuverlässig weiter. Weil die längsten Nervenfasern zuerst betroffen sind, beginnen die Beschwerden meist an beiden Füssen gleichzeitig – und wandern langsam von den Zehen aufwärts.
Häufige Ursachen
- Diabetes mellitus – ein über Jahre erhöhter Blutzucker schädigt feine Nerven und Gefässe.
- Regelmässiger Alkoholkonsum.
- Vitamin-B12-Mangel – etwa im Alter, bei veganer Ernährung oder durch bestimmte Medikamente.
- Nieren- und Schilddrüsenerkrankungen, Chemotherapie, Entzündungen.
Bei einem Teil der Betroffenen bleibt die Ursache trotz Abklärung unklar. Man spricht dann von einer idiopathischen Neuropathie.
Diese Warnzeichen sollten Sie kennen
Viele beschreiben zuerst ein Kribbeln oder «Ameisenlaufen», später ein Brennen der Fusssohlen – oft abends in Ruhe. Andere spüren Taubheit, als ob sie auf Watte gingen. Besonders tückisch: Wer weniger fühlt, bemerkt Druckstellen, Blasen oder zu heisses Wasser oft erst spät.
Was jetzt wirklich zählt
- Ärztlich abklären lassen. Ihre Hausarztpraxis kann Blutzucker, Vitamin B12, Nieren- und Schilddrüsenwerte prüfen und bei Bedarf an die Neurologie überweisen.
- Füsse täglich anschauen. Ein Handspiegel hilft bei der Sohle. Achten Sie auf Rötungen, Risse und kleine Wunden.
- Temperatur prüfen statt fühlen. Bade- und Fussbadwasser immer mit einem Thermometer messen – nicht mit dem Fuss.
- Bequeme Schuhe, nahtarme Socken. Druckstellen vermeiden, nie barfuss im Freien.
- Fachpersonen einbeziehen. Bei Diabetes ist eine podologische Fusskontrolle sinnvoll.
Und was ist mit Fussbädern?
Ein lauwarmes Fussbad kann ein angenehmer Teil einer Abendroutine sein – es ist aber keine Behandlung der Neuropathie. Wichtig sind eine gemessene Temperatur von höchstens 37 °C, eine kurze Dauer und gründliches Abtrocknen. Wie das genau geht, lesen Sie in unserem Artikel «Ein Trick für den Abend bei Neuropathie».
Sofort ärztliche Hilfe brauchen Sie bei plötzlicher Lähmung, rasch zunehmender Schwäche, einer heissen, geschwollenen Fussregion oder Fieber mit Wunde am Fuss. Im Notfall: 144.
Quellen & weiterführende Informationen
- Diabetes Schweiz: Informationen zum diabetischen Fusssyndrom (diabetesschweiz.ch)
- Bundesamt für Gesundheit BAG: Diabetes in der Schweiz
- Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Leitlinie Polyneuropathien


